Vögel als Haustiere

Vögel als Haustiere sind sehr beliebt – unter anderem auch deshalb, weil die gängigsten Arten wie Wellensittiche und Kanarienvögel günstig in der Anschaffung sind. Außerdem lautet die weit verbreitete Meinung, dass Vögel in der Haltung eher anspruchslos sind. Ein Irrtum! Wer alles richtig machen will, wird schnell feststellen, dass es nicht damit getan ist, einen Käfig mit Futter und Wasser hinzustellen und sich den buntesten, hübschesten Vogel auszusuchen.

Was man über Vogelhaltung allgemein wissen sollte

  • Vögel sollte man niemals einzeln halten! Auch wenn dies leider immer noch gängige Praxis ist - artgerecht ist es nicht.
  • Vögel eignen sich nicht zum Kuscheln! Zahmheit erreicht man zwar meistens mit viel Geduld (übrigens auch bei Paar- oder Schwarmhaltung), aber eine Garantie dafür gibt es nicht. Nur wenige, sehr zahme Exemplare lassen sich gern anfassen. Die meisten Vögel empfinden die menschliche Hand als Bedrohung. Daher sind Vögel auch nur bedingt als Haustiere für Kinder geeignet.
  • Vögel machen eine Menge Lärm und Dreck! Wer gern seine Ruhe hat und nicht gern staubsaugt, ist mit Vögeln nicht gut beraten.
  • Vögel brauchen viel Platz! Nicht nur der Käfig bzw. die Voliere muss ausreichend groß sein (viele im Zoofachhandel angebotenen Modelle sind schlichtweg zu klein), auch Freiflug – und zwar täglich mehrere Stunden oder alternativ ein dauerhaft sehr großzügiger Flugraum – ist Voraussetzung für ein gesundes und glückliches Vogelleben.
Zebrafinken und Kanarienvögel sitzen gemeinsam an einem künstlichen Bachlauf in einer Voliere

Manche Vogelarten kann man problemlos miteinander vergesellschaften - hier sind es Kanarienvögel und Zebrafinken, die sich friedlich eine Voliere teilen. Ein ausreichendes Platzangebot ist allerdings immer Grundvoraussetzung, damit die Vögel stressfrei miteinander leben und gesund bleiben können.

Warum Einzelhaltung von Vögeln grausam ist

Die Einzelhaltung von Vögeln war lange Zeit gängige Praxis. Früher war es ein gewohntes Bild in deutschen Wohnzimmern: Ein kleiner Käfig mit einem Wellensittich oder einem Kanarienvogel, der durchaus auch mal fliegen durfte. Was damals normal war, erlebt nun langsam aber sicher einen Wandel. Immer mehr Menschen sehen nicht "bloß einen Vogel", sondern ein ihnen anvertrautes Lebewesen. Ein Tier mit einfachen Bedürfnissen, von denen einige der wichtigsten jedoch vielfach ignoriert wurden - und es heute teilweise noch werden.

Dabei ist es doch ganz einfach: Neben den Grundbedürfnissen Futter, Wasser und sauberer Unterkunft brauchen Vögel Gesellschaft. Und zwar nicht (nur) uns Menschen, sondern viel mehr einen artgleichen Partner, mit dem sie in ihrer eigenen Sprache kommunzieren können und verstanden werden.

Auch Kanarienvögel - leider der Inbegriff für einzeln gehaltene Sänger - wollen nicht allein sein. Sie sind nicht so offensichtlich kuschelbedürftig wie beispielsweise Wellensittiche. Aber sie lieben es, mit einem oder mehreren Kumpels Neues zu erkunden, waghalsige Flugmanöver zu trainieren oder um die Wette zu singen.

Vögel wollen fliegen! Vögel müssen fliegen!

Ein Käfig ist optimalerweise nur ein Rückzugsort zum Schlafen, Fressen und Dösen. Steht das Türchen den ganzen Tag offen, dann kann man ein Auge zudrücken, wenn der Käfig nicht ganz so groß ist. Dennoch: Jeder Käfig, in dem nicht ein paar Flügelschläge möglich sind, sollte nur zu Transportzwecken (zum Tierarzt zum Beispiel) zum Einsatz kommen.

Liebst du akkurate Sauberkeit? Hasst du Staub? Dann überleg dir das mit der Anschaffung von Vögeln noch einmal ganz genau. Du wirst sie nicht stubenrein bekommen. Und du wirst staunen, in welch unglaublichen Winkeln sie Wände ankacken können oder lange Streifen an deinen Gardinen entlang. Ihr Gefiederstaub legt sich unvermeidlich auf dein gesamtes Interieur. Wenn dich davor gruselt, sind Vögel nicht die richtigen Haustiere für dich.

Hier findest du eine Übersicht verschiedener Vogelarten, die häufig als Haustiere gehalten werden. Die einzelnen Artikel ordnen ehrlich ein, was diese Tiere brauchen, wo die Grenzen der Haltung liegen und für wen ein Vogel – oder eben kein Vogel – die richtige Entscheidung ist.

Zwei Nymphensittiche sitzen entspannt auf einem Ast in heller Umgebung

Nymphensittiche – liebenswerte und friedliche Schreihälse

Nymphensittiche sind sehr soziale, vergleichsweise ruhige, aber nicht unbedingt leise Sittiche, die paarweise oder in Gruppen gehalten werden sollten und bei ausreichend Platz, Struktur und Geduld gut zu beobachten und zutraulich werden können.

Sind Nymphensittiche gute Haustiere?

Nymphensittiche können gute Haustiere sein, wenn ihre hohen sozialen und räumlichen Bedürfnisse erfüllt werden. Sie sind sehr soziale Vögel, die zwingend paarweise oder im Schwarm gehalten werden müssen und täglich ausreichend Freiflug benötigen. Die Haltung erfordert Zeit, Platz und Wissen über artgerechte Beschäftigung und Pflege. Für Menschen, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen können, sind Nymphensittiche keine geeigneten Haustiere.

Typisches Verhalten

Nymphensittiche sind ruhige, wachsame Vögel. Sie beobachten viel, reagieren sensibel auf ihre Umgebung und zeigen ein breites Repertoire an Lauten, Gesten und Körperhaltungen.

Sie fliegen gern, sitzen aber ebenso gern erhöht und gut überschaubar. Die Haube dient dabei als deutliches Signal für Aufmerksamkeit, Unsicherheit oder Entspannung.

Sozialverhalten

Nymphensittiche leben in der Natur in Schwärmen mit festen Paarbindungen. Sozialer Kontakt ist für sie essenziell.

Sie suchen aktiv die Nähe zu Artgenossen, sitzen eng beieinander, putzen sich gegenseitig und kommunizieren leise wie auch laut. Allein gehaltene Tiere zeigen häufig Unsicherheit, Rückzug oder übermäßige Fixierung auf den Menschen.

Paar- und Gruppenhaltung

Die Haltung mindestens als Paar ist erforderlich. In ausreichend großen Volieren ist auch eine kleine Gruppe gut möglich.

Darauf solltest du achten:

  • harmonierende Paar- oder Gruppenkonstellationen
  • genügend Platz für Ausweichbewegungen
  • mehrere Futter- und Sitzplätze

Einzelhaltung ist bei Nymphensittichen nicht artgerecht.

Bewegung und Lebensraum

Nymphensittiche sind gute Flieger und benötigen ausreichend Raum für horizontale Flugstrecken.

Geeignet sind:

  • eine geräumige Voliere mit freier Flugbahn
  • oder täglicher, sicherer Freiflug in einem geeigneten Raum

Zu kleine Käfige schränken ihr natürliches Bewegungsverhalten deutlich ein.

Stimme und Lautstärke

Nymphensittiche sind keine Dauerlärmer, besitzen aber eine klare, teils durchdringende Stimme. Besonders Balzrufe und Kontaktrufe können laut sein.

Insgesamt gelten sie als wohnungstauglicher als viele andere Sittiche, setzen aber eine gewisse Toleranz gegenüber Vogelstimmen voraus.

Werden Nymphensittiche zahm?

Nymphensittiche sind neugierig und können mit Geduld sehr zutraulich werden. Viele Tiere kommen freiwillig in die Nähe des Menschen, nehmen Futter aus der Hand oder lassen sich vorsichtig annähern.

Zahmheit entsteht auch hier freiwillig und ist kein Trainingsziel. Nymphensittiche bleiben soziale Vögel mit starkem Bedürfnis nach Artgenossen.

Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung besteht aus:

  • geeigneter Körnermischung für Sittiche
  • frischem Grünfutter und Gemüse
  • Mineralstoffen und Grit

Einseitige Fütterung führt langfristig zu gesundheitlichen Problemen.

Weiterführende Fachliteratur über Nymphensittiche

Ausführlicher einsteigen: Wenn du dich direkt intensiv mit Haltung, Beschäftigung, Ernährung und Alltagsfragen bei Nymphensittichen beschäftigen möchtest, kann ein praxisorientierter Ratgeber hilfreich sein. In dem Buch Haltung von Nymphensittichen findest du detaillierte Anleitungen, Tipps und Hintergrundwissen zur artgerechten Versorgung dieser lebhaften Vögel.

* Partnerlink: Wenn du über einen solchen Link etwas kaufst, erhalte ich eine Provision, ohne dass es dich etwas extra kostet. Vielen Dank für deine Unterstützung!

Fazit

Nymphensittiche sind sanfte, soziale Vögel, die sich bei passender Haltung gut in den Alltag integrieren lassen. Wer ihnen Artgenossen, Platz und Ruhe bietet, erhält aufmerksame Beobachter und lebendige Gefährten – ohne extreme Anforderungen, aber auch nicht anspruchslos.

Nymphensittiche vertragen sich in der Regel gut mit Wellensittichen und können mit diesen vergesellschaftet werden - aber auch hier gilt natürlich wie immer: Immer mindestens zwei von jeder Art.

Links zur Webseiten über Nymphensittiche

Informationen

Nymphensittichseite Diese Homepage soll sowohl Anfängern als auch erfahrenen Haltern einen möglichst umfassenden Einblick in die artgerechte Haltung von Nymphensittichen verschaffen.

Nymphensittich Wegweiser Alles rund um die Nymphensittiche und was ein Nymphensittichhalter wissen sollte.

Vermittlung

Nymphensittich-Forum Neben dem Erfahrungsaustausch ist hier auch die "Tierische Hilfe" eine wichtige Rubrik. Abgaben und Suchen können dort gepostet werden.

Zurück zur Newsübersicht