Ein Hund als Haustier

Der sogenannte beste Freund des Menschen bringt nicht nur Freude und Nähe ins Haus. Ein Hund verändert dein Leben grundlegend – wenn du es richtig machst. Einen Hund nur deshalb anzuschaffen, „weil ein Hund irgendwie zur perfekten Familie dazugehört“, ist keine gute Idee. Ein Hund ist kein Beiwerk.

Bevor ein Hund einzieht, solltest du dir über einige Dinge ehrlich im Klaren sein:

  • Hunde brauchen Erziehung und Beschäftigung. Du brauchst Zeit, Geduld und die Bereitschaft, dich mit dem Verhalten deines Hundes auseinanderzusetzen. Erziehung funktioniert nicht über Befehle, sondern über Konsequenz, Beobachtung und dein eigenes Verhalten.
  • Auch bei Regen, Schnee und Dunkelheit musst du mehrmals täglich vor die Tür. Und zwar nicht nur für ein paar Minuten.
  • Hundehaltung ist kostenintensiv. Futter, Versicherung, Hundesteuer, Tierarzt, Training und Ausstattung summieren sich – dauerhaft.

Leben mit Hunden

Ein Hund richtet sich nicht nach deinem Tagesablauf – du richtest deinen Tagesablauf nach ihm aus. Mehrere Spaziergänge am Tag sind selbstverständlich. Mindestens eine dieser Runden sollte deutlich länger sein als ein kurzer Pflichtgang. 45 Minuten sind das absolute Minimum und sollten nicht die Regel bleiben.

Bewegung allein reicht jedoch nicht. Bei diesen gemeinsamen Runden entsteht eure Bindung. Du bist nicht nur das andere Ende der Leine, sondern Bezugspunkt, Orientierung und Sozialpartner. Lass deinen Hund nicht einfach „sein Ding machen“, sondern nimm aktiv teil. Beschäftigung kann ganz unterschiedlich aussehen – Suchspiele, gemeinsames Erkunden, Training oder ruhiges Zusammensein. Entscheidend ist nicht die Methode, sondern deine Aufmerksamkeit.

Auch dein Zuhause wird sich verändern. Hundehaare gehören zum Alltag, ebenso wie Schmutz an Regentagen oder nasse Pfoten im Flur. Wer penible Ordnung braucht und mit Unordnung schlecht umgehen kann, wird mit einem Hund dauerhaft unglücklich – und der Hund mit ihm.

Die Entscheidung, einen Hund in die Familie aufzunehmen, ist eine freudige, aber auch verantwortungsvolle Aufgabe. Neben Freude und Aufregung über das neue Familienmitglied sollten zukünftige Hundebesitzer jedoch die Kosten, die mit der Anschaffung eines Hundes auf sie zukommen, im Blick haben. Dieser Artikel gibt dir einen Überblick über die Anschaffungs- und laufenden Kosten für Hundehalter.

Anschaffungskosten

Beim Kauf eines Hundes können die Preise stark variieren. Ein Hund vom seriösen Züchter ist oft teuer, während Hunde aus dem Tierheim meist nur eine Schutzgebühr kosten. Vermeide jedenfalls Billigzüchtungen und achte unbedingt auf die Herkunft des Welpen.

Die Adoption von Hunden aus dem Tierheim hat viele Vorteile: Du gibst einem Hund in Not ein neues Zuhause und somit eine zweite Chance. Oft sind Tierheimhunde besonders verschmust und anhänglich. Zudem sind Mischlinge meist gesünder und robuster als überzüchtete Rassehunde, die häufig mit rassetypischen Krankheiten und gesundheitlichen Problemen kämpfen. Dazu zählen Gelenkerkrankungen bei einigen großen Hunderassen, Atemwegsbeschwerden bei kurzschnäuzigen Rassen und Blindheit bei Merle-farbigen Collierassen mit blauen Augen.

Die Erstausstattung wie Körbchen, Leine, Geschirr, Futternäpfe, Spielzeug und eventuell eine Umzäunung des Grundstücks oder eine Transportbox für das Auto.

 

Laufende Kosten

  • Futterkosten: Hundefutter wird täglich benötigt, dementsprechend fällt dieser Posten gewichtig auf die Brieftasche.
    Je hochwertiger das Tierfutter ist, desto höher sind in der Regel die Kosten dafür. Beim Hundefutter sollte jedoch nicht gespart werden, denn ebenso wie beim Menschen ist eine artgerechte Ernährung wichtig für das Wohlbefinden und die Gesundheit Ihres Hundes. Das gilt sowohl für Trockenfutter, für Nassfutter als auch für BARF (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter). BARF gilt als besonders gesunde und artgerechte Ernährungsform und ist entgegen der gängigen Meinung nicht teurer als hochwertiges Trockenfutter. Nutze diesen BARF-Rechner, um die richtige Menge für deinen Hund zu berechnen.
  • Leckerlis zur Trainingsunterstützung: Achte auch hier auf hohe Qualität. Billige Produkte enthalten neben viel Getreide oft auch Zucker und künstliche Aromen.
    Kauknochen: Kauartikel sind wichtig für Beschäftigung, Stressabbau und Zahnpflege und sollten dem Hund regelmäßig angeboten werden. Greife hier unbedingt auf natürliche Produkte zurück.
    Tipp: Frage beim Metzger nach Knochen für den Hund. Die sind besonders schmackhaft, gesund und man bekommt sie manchmal sogar kostenlos.
  • Tierarztkosten umfassen Impfungen, Untersuchungen, Zahnpflege und Parasitenschutz.

Pflegekosten

Die Pflegekosten eines Hundes variieren stark, je nach Rasse. Einige Rassen, wie der Lhasa Apso, der Pudel oder der Schnauzer, sind sehr pflegeintensiv und benötigen regelmäßige Besuche beim Hundefriseur. Im Gegensatz dazu müssen viele Kurzhaarhunde selten gebürstet werden und kommen ohne den Hundefriseur aus.

Sonstige Kosten

  • Hundeschule und Training
  • Eventuell Hundepension im Urlaub
  • Spielzeug und Zubehör für Training oder Sport
  • Versicherungskosten für Haftpflicht, Krankenversicherung und Hundesteuer
  • Unvorhergesehene Kosten: Medizinische Notfälle oder Beschädigungen durch den Hund.

Zeitliche Investition

Tägliche, ausgedehnte Spaziergänge und Beschäftigung sind ein Muss. Auch die Pflege von Fell, Zähnen und Krallen sowie Training und Sozialisation nehmen Zeit in Anspruch, was, ebenso wenig wie die Kosten, nicht ignoriert werden darf, wenn man sich für einen Hund entscheidet.

Weiterführende Literatur

Vertiefende Entscheidungshilfe vor dem Hundekauf:
Wer sich mit den laufenden Kosten der Hundehaltung beschäftigt, steht meist noch am Anfang der Entscheidung. Das Buch Erst das Buch, dann der Hund setzt genau dort an und hilft, Erwartungen, Voraussetzungen und Verantwortung realistisch einzuordnen. Es behandelt ausführlich die wichtigsten Fragen vor der Anschaffung – von der Wahl zwischen Welpe oder erwachsenem Hund, Tierheim, Auslandstierschutz oder Züchter bis hin zu Themen wie Erziehung, Rassebeschreibungen, Kinder im Haushalt, Qualzuchten, illegalem Welpenhandel, Kaufvertrag, Hundeschule und Fütterung.
So unterstützt das Buch dabei, Kosten, Aufwand und langfristige Verpflichtungen rund um einen Hund besser zu verstehen, bevor eine Entscheidung getroffen wird.

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